Green Finance und Nachhaltige Banken

Vier Münzenstapel mit herauswachsender kleiner Pflanze, beschützt von zwei Händen

Was ist Green Finance und welche Jobs gibt es bei nachhaltigen Banken?

Banken und andere Finanzdienstleister gehören seit jeher zu den Enablern der fossilen, nicht-nachhaltigen Weltwirtschaft. Ohne sie wären naturzerstörende Großprojekte wie Autobahn- und Flughafenbauten aber auch verschmutzende Fabriken oder industrielle Landwirtschaft nicht möglich.

Immer mehr Menschen wollen aber das eigene Geld dem Gewirr der undurchsichtigen Finanzierung von Nahrungsmittelspekulation, Kinderarbeit, klimaschädlichen Energieanlagen und vielem mehr entziehen. Sie wollen ihr Girokonto und ihre Finanzanlagen lieber bei Banken sehen, die sich von solchen Investitionen deutlich distanzieren.

Daher haben Umwelt-Banken seit Jahren viel Zulauf – ein Trend, der auch als “Finanzwende” bekannt ist. Die Renditen mögen manchmal niedriger sein, das Filialnetz nicht so ausgebaut wie das der klassischen Geldhäuser, aber dafür sollen sich die Kund:innen darauf verlassen können, dass sie nicht oder wenig zur Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen beitragen.

Auch bei der Auswahl Ihres Arbeitsplatzes legen immer mehr Menschen Wert darauf, dass ihre Arbeitskraft einen positiven Beitrag zum Zusammenleben auf dieser Erde liefert. Grüne Banken sind daher auch als Arbeitgeber sehr attraktiv.

Was ist eine grüne Bank?

Unter Grünen Banken versteht man Geldinstitute, deren Geschäftstätigkeit und Anlagestrategien auf sozialen und ökologischen Kriterien und Grundsätzen beruht. So machen diese Banken beispielsweise nur Geschäfte mit Unternehmen, die ihren ethischen Mindestanforderungen genügen. Außerdem fördern sie mit ihren Investitionen eine nachhaltige Entwicklung oder soziale Projekte. Bekannte Namen unter den grünen oder ethischen Banken sind Triodos, GLS, die UmweltBank und die Ethikbank.

Anhand von festgelegten Kriterien und mit Hilfe von Positiv- und Ausschlusslisten, entscheiden die grünen Banken, wem sie Geld verleihen und welche Investitionen sie finanzieren. Oftmals lassen sie unabhängige Kontrollgremien die Einhaltung ihrer eigenen ethischen Vorgaben überprüfen und legen diese Informationen auch offen.

Die Liste der Positivkriterien – aber auch der Ausschlusskriterien – deckt einen weiten Themenbereich ab: von bezahlbarer und sauberer Energie über nachhaltigen Konsum und Produktion bis hin zum Ausschluss von Staaten oder deren Finanzprodukten, die die Pariser Klimaziele nicht unterstützen, Walfang erlauben oder einzelne Bevölkerungsgruppen diskriminieren.

Green Finance geht weit über grüne Banken hinaus

Neben den Banken, die sich insgesamt als ethisch, sozial, nachhaltig positionieren, arbeiten aber auch herkömmliche Banken oft mit “Green Finance”-Produkten. Hierunter versteht man alle Anlage- und Finanzierungsformen, die direkt oder indirekt Nachhaltigkeit fördern bzw. bewirken. Entweder werden gezielt positive Entwicklungen gefördert, z.B. der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Oder es wird ein “Best-of-Kind”-Ansatz verfolgt, bei dem in einer konventionellen Branche die aus umwelt- und ethischen Gesichtspunkten besten Unternehmen finanziert werden, beispielsweise die umweltfreundlichsten Computer-Hersteller, auch wenn Computer an sich erst einmal nicht umweltfreundlich sind.

Nicht alle Angebote aus dem Bereich Green Finance basieren dabei auf ethischen Prinzipien. Oft geht es auch schlichtweg um Risikobegrenzung. Zunehmend stellen nicht-nachhaltige Produktions- und Lieferketten ein finanzielles Risiko für Anleger dar: Giftige Substanzen, die in Böden oder das Grundwasser gelangen, können zu hohen Sanierungs- oder Schadenersatzforderungen führen, ein hoher CO2-Ausstoß kann durch steigende CO2-Preise Kostensteigerungen verursachen. In immer mehr Ländern müssen daher börsennotierte Unternehmen detailliert berichten, inwiefern sie durch ihr Handeln zur Klimakatastrophe beitragen und in wieweit sie selbst davon betroffen sind. Grüne Finanzprodukte werden deshalb längst nicht mehr nur von “Impact Investors” gekauft.

Welche Jobs gibt es bei grünen Banken und im Green Finance

Im Green Finance werden vor allem Mitarbeiter:innen mit sehr speziellem Fachwissen benötigt – entweder Branchenexpert:innen, die genau beurteilen können, welche Unternehmen nachhaltiger wirtschaften als andere oder welche Umweltauswirkungen einzelne Investitionsprojekte haben werden oder Finanzfachleute, die die Chancen und Risiken konkreter Anlagen berechnen können. Z.B.:

  • Finanzspezialist:in
  • Kundenbetreuer:in
  • Wertpapier-Expert:innen
  • Kreditmanager:in

Weitere nachhaltige Jobs bei grünen Banken oder im Green Finance finden sich hier:

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Hier geht es zu allen Green Finance-Jobs

In ethischen Grünen Banken können aber auch viele andere Arbeitnehmer:innen einen positiven Beitrag für mehr Nachhaltigkeit leisten, z.B. als Marketing-Spezialist:in, Sales-Profi, Kundenbetreuer:in, System-Adminitrator:in, Bürofachkraft, HR-Mitarbeiter:in. Das heißt, es gibt viele Möglichkeiten, um aus der eigenen Arbeit einen Job mit Sinn zu machen.

Allen gemeinsam ist, dass jede:r Mitarbeiter:in durch die eigene Tätigkeit an der Verbesserung der der Umwelt mitarbeitet. Dieses Gefühl macht viele Menschen zufriedener.

weitere Infos

  • Bewertung von Banken unter dem Fokus ökologische und soziale Nachhaltigkeit:
    Fair Finance Guide