Landschaftsplaner:in: ein vielfältiger Beruf an der Schnittstelle von Gestaltung, Naturwissenschaft, Gesellschaft

Landschaft im Taunus: 3 Siedlungen, Landwirtschaft, Wald

Welche Jobs gibt es für Landschaftsplaner:innen?

Auf den ersten Blick ist es einfach: Landschaftsplaner:innen machen Landschaftsplanung, wie sie in Kapitel 2 in den §8 bis §12 des Bundesnaturschutzgesetztes definiert ist: „Die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege werden als Grundlage vorsorgenden Handelns im Rahmen der Landschaftsplanung überörtlich und örtlich konkretisiert und die Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung dieser Ziele dargestellt und begründet.“ (§8 BNatSchG). Dazu gehören Landschaftsprogramme und Landschaftsrahmenpläne (§10 BNatSchG) sowie Landschaftspläne und Grünordnungspläne (§11 BNatSchG). Der örtliche Detaillierungsgrad wächst dabei vom gesamten Bundesland (Landschaftsprogramm) und Teile eines Bundeslandes (Landschaftsrahmenpläne) über die Gemeinde (Landschaftspläne) bis zu Teilen einer Gemeinde (Grünordnungspläne).

Welche Aufgaben haben Landschaftsplaner:innen?

Die Aufgaben sind aber weit vielfältiger. Als interdisziplinär ausgebildete Fachleute arbeiten Landschaftsplaner:innen auch an Schutzgebietskonzepten (z.B. Zonierungplänen in Nationalparken), in der Flächennutzungsplanung des Städtebaus, in Landschaftspflegeverbänden oder vermitteln Wissen zu ökologischen Zusammenhängen im Bereich Umweltbildung z.B. als Umweltbildner:innen (z.B. in BNE-Projekten). Auch Bauprojekte müssen oft sog. „Landschaftspflegerische Begleitpläne“ enthalten, um Eingriffe in Natur und Landschaft zu adressieren.

Wo arbeiten die meisten Landschaftsplaner:innen?

Die meisten Landschaftsplaner:innen arbeiten in Planungs- und Gutachterbüros oder „auf der anderen Seite“ in der Verwaltung in den Unteren Naturschutzbehörden oder auf Landesebene. Inzwischen holen sich aber auch viele Projektentwickler solche Fachleute an Bord. Wenn große flächenbezogene Projekte – wie z.B. Windparks oder Freiflächen-Solaranlagen – geplant und projektiert werden, kann es für die Unternehmen sinnvoll sein, entsprechendes Know-how direkt im Team zu haben.

Die gestalterischen bzw. künstlerischen Pläne und Entwürfe für Grünanlagen, Parks und Gärten gehört nicht dazu. Darum kümmern sich Landschaftsarchitekt:innen.

Sowohl in Behörden als auch in Planungs- und Gutachterbüros werden keine Top-Gehälter gezahlt. Vorteil auf der Verwaltungsseite: Die Gehälter sind über den TVöD oder Besoldungstabellen relativ fest geregelt, Verhandlungen sind hier nicht nötig. Auf Seiten der Planungs- und Gutachterbüros ist das Gehalt von der Größe des Unternehmens abhängig aber auch regional: Ein Büro im Ballungsraum mit hohen Lebenshaltungskosten wie Berlin oder München zahlt i.d:R. mehr als ein Büro in einer Kleinstadt in Brandenburg.

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Welche Qualifikationen brauchen Landschaftsplaner:innen?

Raumbezogene Planung ist immer ein kreativer Prozess. Gleichzeitig sind der Kreativität aber Grenzen gesetzt. Zum einen durch die rechtlichen Rahmenbedingen, in der sich die Planung bewegt und zum anderen durch die unterschiedlichen Interessen, die verschiedene Stakeholder auf der beplanten Fläche haben.

Landschaftsplanung ist daher bereits im Studium sehr interdisziplinär angelegt. Aber auch im Berufsleben, bewegen sich Landschaftsplaner:innen immer in mehreren Fachgebieten.

Naturschutzfachliches Wissen zum Arten- & Biotopschutz, Flora & Fauna, Naturhaushalt sind unabdingbar im Job der Landschaftsplaner:innen. Denn i.d.R. gehören Bestandsaufnahmen wie z.B. Biotopkartierungen oder Bewertung entsprechender Fachgutachten zu den Aufgaben.

Der Planungsprozess erfordert hohes methodisches Wissen:

  1. Was sind die Ziele der Planung?
  2. Mit welchen Maßnahmen und Instrumenten sind diese Ziele erreichbar?
  3. Welche Abläufe hat ein Planungsprozess?

Dann müssen die Planungsergebnisse (und auch Zwischenergebnisse) dargestellt und präsentiert werden. Softwarekenntnisse in Geografischen Informationssystemen – GIS (zur Analyse und Auswertung) sowie CAD-Programmen (zur Darstellung und Präsentation) sind unabdingbar.

Die ausschreibenden Behörden auf der einen Seite und die Gutachter- und Planugsbüros auf der anderen Seite müssen die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) kennen, in der die Modalitäten zur Abrechnung der Planungsleistungen definiert sind.

Es wird deutlich, dass neben methodischen und naturschutzfachlichen Kenntnissen sowie Moderationsfähigkeiten auch juristisches Wissen eine Rolle spielt, um Planungsrecht, Vergaberecht und Abrechnungsrecht beachten zu können.

Kommunikationsstärke ist ein Muss für Landschhaftsplaner:innen. Gutachter- und Planungsbüros als Auftragnehmer und Behörden als Auftraggeber arbeiten eng zusammen und die Mitarbeiter:innen stehen in ständigem Austausch. Nicht selten moderieren Landschaftsplaner:innen die Ansprüche verschiedener Stakeholder an eine Fläche und deren Konflikte.

Dazu gehören:

  • Landwirt:innen,
  • Erholungssuchende,
  • Windparkprojektierer,
  • Umweltverbände
  • und nicht zuletzt Flora und Fauna, die durch Landschaftsplaner:innen oft eine starke Lobby haben.

Wie sind die Berufsaussichten für Landschaftsplaner:innen?

Auf dem Deutschen Naturschutztag, der alle 2 Jahre vom Berufsverband Beruflicher Naturschutz (B.B.N.) organisiert wird spielt das Thema Fachkräftenachwuchs regelmäßig eine wichtige Rolle. Während der Veranstaltung findet immer das „Berufsfeldforum Naturschutz“ statt. greenjobs ist hier regelmäßig mit Inputs zum grünen Jobmarkt dabei. Auf dem Deutschen Naturschutztag 2022 in Hannover berichteten sowohl Behörden als auch Gutachter- und Planungsbüros von großen Schwierigkeiten, Mitarbeiter:innen zu finden. Die Anzahl der Bewerbungen geht überall zurück, einzelne Schätzungen gingen von einem Fachkräftebedarf vom dreifachen der aktuellen Absolvent:innen zahlen aus.

Diese Problematik wird sich in den kommenden Jahren durch die Altersstruktur der aktuellen Mitarbeiter:innen und dem generellen demografischen Wandel noch verstärkt. Gleichzeitig werden die Aufgaben und Projekte u.a. durch die Energiewende in der Zukunft noch mehr und größer.

Das sind langfristig Goldene Zeiten für Jobsuchende! Denn es gibt viele offene Stellen für Landschaftsplaner:innen und es dürften in Zukunft noch mehr werden.

Was ist der Unterschied zwischen Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur?

Während Landschaftsplaner:innen – wie oben dargestellt – eher auf der konzeptionellen Ebene arbeiten, machen Landschaftsarchitekt:innen sehr detaillierte Pläne und Entwürfe. Z.B. für Parks und Grünanlagen oder auch private Gärten.

Bei der Landschaftsarchitektur treten ästhetisch-künstlerische Aspekte der Fläschengestaltung in den Vordergrund. Arten- und Biotopschutz spielen nicht so eine große Rolle wie in der Landschaftsplanung. Es gibt aber auch Landschaftsarchitekturbüros, die sehr großen Wert auf naturnahe Gestaltung legen. Nicht zuletzt spielen von Landschaftsarchitekt:innen geplante und gestaltete Freiflächen in den Innenstädten eine wichtige Rolle für das Stadtklima, z.B. durch Frischluftschneisen und Kühlung. Letzteres ist insbesondere zur Anpassung an die Klimakrise enorm wichtig.

Dabei arbeiten Landschaftsarchitekt:innen eng mit Garten- und Landschaftsbauer:innen auf der Baustelle zusammen. Garten- und Landschaftsbauer:innen setzen die Pläne in die reale Welt um und passen dabei auch die geplanten Ideen an die Gegebenheiten vor Ort an.

weitere Infos

Wer sich einen weiteren Überblick über mögliche Arbeitgeber verschaffen möchte, sollte sich auf den Seiten der einschlägigen Verbände umschauen: