Arbeiten in der Zukunftsbranche ökologische Landwirtschaft

Bauernhofidylle: 3 Gänse, 2 Schafe, 2 Hühner und 1 Hahn stehen vor einem Hühnerschuppen. Im Hintergrund eine Pferdekoppel.

Die großen Herausforderungen unserer Zeit (Klimakrise, Ressourcenknappheit, Ernährungssicherheit) erfordern, dass wir gemeinsam komplexe gesellschaftliche Veränderungen vorantreiben und an einer lebenswerten und sicheren Gesellschaft arbeiten. Die Landwirtschaft nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein. Die Art und Weise wie Lebensmittel produziert, verarbeitet und vermarktet werden entscheidet nicht nur über die Ernährungssicherheit sondern auch die Biodiversität und Nachhaltigkeit unseres Ökosystems in Deutschland und der Welt.

Im Jahr 2021 wirtschafteten rund 14% (Tendenz steigend) der Agrarbetriebe in Deutschland nach Richtlinien für ökologischen Landbau (UBA, 2022). Auf der Konsument:innenseite übersteigt die Nachfrage weiterhin das Angebot an Bioprodukten. Würden mehr landwirtschaftliche Erzeugnisse in Deutschland nach den EU-Ökorichtlinien produziert werden, könnten also auch klimaschädliche Importe und Transportwege vermieden werden.

Entwicklung der Anzahl der Betriebe im ökologischen Landbau von 2011 (ca. 22.500) bis 2021 (fast 36.000) Quelle: Branchenreport 2022 Ökologischen Lebensmittelwirtschaft. 2022. Hrsg.: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW)

Wie finde ich einen Job in der Landwirtschaft?

Die Nachfrage nach Fachkräften in der (ökologischen) Landwirtschaft ist hoch. Hierbei sind die Arbeitsfelder vielfältiger als man zu Beginn annehmen mag. So braucht es Agrarwirt:innen ebenso wie Betriebsleiter:innen und Personen die den Vertrieb, die Verwaltung oder das Marketing verantworten. Neben der Arbeit in einem klassischen landwirtschaftlichen Betrieb sind darüber hinaus auch Karrierewege in der Landschaftspflege, Beratung, technischen Bereichen, erneuerbaren Energien oder dem akademischen und öffentlichen Sektor möglich. Auch Quereinsteiger:innen haben angesichts der Aufgabenvielfalt gute Chancen in der Bio-Landwirtschaft Fuß zu fassen. Weiterbildungsmöglichkeiten erlauben dabei Arbeitskräften aus fachfremden Disziplinen eine Karriere in der Landwirtschaft zu verfolgen und berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahmen schulen die Besonderheiten des Ökolandbaus.

Fort- & Weiterbildung

So bieten regionale Landwirtschaftskammern, Universitäten, Fachschulen, aber auch Akademien und Verbände unterschiedlichste Möglichkeiten der Fortbildung. Unter anderem bieten das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachen, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, die FiBL Projekte GmbH und das Bundesprogramm ökologischer Landbau in ganz Deutschland Fortbildungskurse an. Des Weiteren gibt es zahlreiche regionale und bundeslandspezifische Angebote. Im nachhaltigen Agrarsektor bietet die Initiative Ökoherz beispielsweise eine 18 monatige Fortbildung zum Thema ökologische Landwirtschaft. Dieses Programm richtet sich an Landwirt:innen und Quereinsteiger:innen und kann mit einem staatlich Fortbildungsprüfung abgeschlossen werden. Die Akademie für Naturschutz in Niedersachsen wiederum vermittelt Kompetenzen im Naturschutz und der Landschaftspflege.

Ausbildung & Studium

Der klassische Karrierepfad startet jedoch mit einer Ausbildung oder einem einschlägigen Studium. Neben dem Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen sollte man auch Lust haben, körperlich tätig zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Die Arbeit an der frischen Luft gehört selbstverständlich zum Alltag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb dazu. Für eine Ausbildung benötigt man einen grundlegenden Schulabschluss während für ein Studium ein Abitur oder Fachabitur vorausgesetzt wird. Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen und es lohnt sich immer bei der Wunschuniversität nachzufragen welche Möglichkeiten für eine Zulassung bestehen. Entscheiden Sie sich für eine Ausbildung erfolgt diese dual, ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. Während die Ausbildung praktischer veranlagt ist, ist es über beide Wege möglich in der Landwirtschaft Fuß zu fassen. Das Studium legt aber durchaus auch einen Fokus auf Forschungs- und Entwicklungssektoren und der landwirtschaftlichen Verwaltung. Ein möglicher Weg ist auch mit einer Ausbildung zu beginnen und später in einem vertiefenden Studium spezialisierte Inhalte zu vertiefen. So können Sie Agrarwirtschaft oder Agrarwissenschaft in vielen deutschen Städten studieren. Über 200 Studienangebote bieten die Hochschulen mittlerweile in den Agrar-, Forst und Ernährungswissenschaften an. Die theoretischer ausgerichteten Agrarwissenschaften finden Sie dabei meist an Universitäten. Wenn Sie mehr Praxisnähe und betriebswirtschaftliche Perspektiven suchen, sind Studiengänge an Hochschulen das Richtige. Oder Sie entscheiden sich gleich zu Beginn für das Feld der nachhaltigen Landwirtschaft. Die Hochschule Rhein-Waal bietet hierfür den Studiengang Sustainable Agriculture an und in Eberswalde bei Berlin ist es möglich, Ökolandbau und Vermarktung an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung zu studieren. In den meisten Studiengängen ist ein gewisser Praxisanteil fester Bestandteil des Studiums. Entweder müssen Sie Praktika oder Berufserfahrung im landwirtschaftlichen Sektor bereits im Zuge der Zulassung vorweisen oder aber es ist als fester Bestandteil im Curriculum verankert.

Innerhalb des Studiums sowie auch in der Ausbildung setzen Sie sich mit Themen wie der Bodenkunde, Pflanzen- und Tierproduktion, Landtechnik sowie Betriebswirtschaftslehre auseinander. Jede Hochschule und Ausbildungsstätte bietet hierüberhinaus eigene Schwerpunkte. Wählen Sie das Feld der nachhaltigen Landwirtschaft kommen Module wie Urban Farming, Wertschöpfungsketten, Ressourcenschonung und die nachhaltige Herstellung von tierischen und pflanzlichen Erzeugnissen hinzu.

Inhalte der Ausbildung /des Studiums Landwirtschaft

  • Bearbeitung der Böden, Anbau von Feldfrüchten
  • Pflege der Pflanzenbestände
  • Ernte und Verwertung der Produkte
  • Landschaftspflege
  • Haltung von Nutztieren
  • Gewinnung von tierischen Produkten
  • Einhaltung von Qualitätsnormen
  • Bedienung und Wartung von Maschinen
  • Management der betrieblichen Abläufe
  • Ökologische Landwirtschaft und Richtlinien

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Aufgabengebiete in der Landwirtschaft

Je nachdem ob man in einem konventionellen oder Biobetrieb arbeitet, gestaltet sich der Umgang mit Pflanzen und Tieren unterschiedlich. So werden auf Bio-Höfen weniger bis keine Düngemittel eingesetzt, teilweise werden Felder anders bestellt und die Tierhaltung erfolgt unter strengeren und ethischen Bedingungen. Die genauen Richtlinien unterscheiden sich entlang der verschiedenen Bio-Zertifizierungen. Zu den bekanntesten Kennzeichnungen gehören das EU-Bio-Siegel, Naturland, Demeter sowie Bioland. Während das EU-Bio-Siegel Mindeststandards für die Landwirtschaft vorgibt steht es auch häufig in der Kritik für unzureichende Vorgaben. Die drei bekanntesten Verbände gehen über die Forderungen der EU hinaus. So müssen Betriebe beispielsweise vollständig ökologisch arbeiten, es dürfen weniger Tiere pro Hektar Fläche gehalten werden und es gibt strengere Vorgaben bei der Verwendung von Futter- und Düngemitteln.

Die Profile eines Betriebes fächern sich breit auf. Von Viehzuchtbetrieben zu Höfen die ausschließlich Getreide anbauen, für die Lebensmittelproduktion oder Energieerzeugung, bis hin zum Agrartourismus. Je nach den gesetzten Schwerpunkten gestaltet sich der Alltag sehr unterschiedlich. Eins ist man als Landwirt:in jedoch fast immer: Ein Multitalent. Ob Tierhaltung, Feldbearbeitung, produktionstechnische Abläufe, Digitalisierung, Bedienung von Maschinen, Marketing, Vertrieb und vieles mehr, in der Landwirtschaft sind die Aufgaben vielfältig. Allerdings müssen Sie nicht unbedingt die Verantwortung für alle Aufgaben alleine übernehmen. Gerade für Personen, die sich vorstellen können in kollektiven Strukturen zu arbeiten ist das Konzept der solidarischen Landwirtschaft, kurz SoLaWi genannt, eine Chance eine marktunabhängigere Landwirtschaft zu betreiben. Die Kernidee der SoLaWi umfasst, dass eine Anzahl von Haushalten einen variierenden monatlichen Beitrag zahlen und damit den Landwirt:innen ermöglichen, den Hof zu bewirtschaften. Häufig unterstützen die Mitglieder den Hofalltag auch in gemeinsamen Arbeitseinsätzen. Im Gegenzug erhalten sie die Erzeugnisse die der Betrieb produziert. Eine SoLaWi ist also eine tolle Möglichkeit regionale Strukturen und Vernetzungen aufzubauen, gemeinsam einen nicht-industriellen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen und sich von Marktzwängen zu lösen.

Gehalt in der Landwirtschaft

Die Verdienstmöglichkeiten in der Landwirtschaft sind variabel, wählt man den Weg der Ausbildung verdient man bereits in den ersten Ausbildungsjahren zwischen 600-900€. Später steigen die Gehälter, wobei es hierbei jedoch stark darauf ankommt, in welchem Bereich man tätig wird. Der Durchschnittslohn für Angestellte in der Landwirtschaft lag im Jahr 2018 bei gut 18.000 Euro Brutto und für selbstständige Landwirt:innen bei rund 34.000 Euro (BMEL, 2019). Für viele Personen ist die Landwirtschaft daher ohnehin mehr als der Weg zum großen Geld. Es ist eine sinnstiftende Aufgabe, in der der gesellschaftliche Beitrag spürbar erfahrbar wird. Im Einklang mit der Natur arbeitet man in einer höchst systemrelevanten Branche.